Resilience in Uncertainty

The Black Swan.

Was europäische Unternehmen aus der Ukraine lernen können. Ein szenariobasierter Blick auf Risiken, auf reale Krisenerfahrung und auf die Grenzen von Business Continuity Systemen, wenn die Lagen sich schneller ändern als die Pläne.

Für Geschäftsführung, Corporate Security, BCM, Risk & Compliance, HR und Operations
Status Quo

Klassische BCPs treffen auf eine multipolare Lage

Klassische BCPs betrachten einzeln eintretende Risiken überwiegend infrastruktureller oder wirtschaftlicher Natur, z. B. regional begrenzte und kurzfristige Blackouts, Naturkatastrophen, Lieferantenausfälle etc.

Trotz der Erfahrungen der Corona-Pandemie und der Komplexität der erfahrenen Herausforderungen sind BCPs nicht ausreichend auf hochkomplexe und dynamische Lagen ausgerichtet.

Wir befinden uns in einem Umfeld multipolarer Krisen und Bedrohungen. Szenarien mit extremen Auswirkungen, die bisher mit geringer Wahrscheinlichkeit bewertet wurden, sind nicht mehr auszuschließen. In den Planungen von Organisationen und den Köpfen der Entscheider ist dieses Bewusstsein jedoch noch nicht ausreichend verankert.

Aus den Erfahrungen und den Best Practices der Ukraine lassen sich wertvolle Schlüsse ziehen, um europäische Unternehmen für eine unsichere Zukunft bestmöglich aufzustellen.

Risiken

Vier mögliche Szenarien mit unmittelbarer Wirkung auf Unternehmen

01

Ausweitung des Krieges

Die Ausweitung des Ukraine Krieges auf andere europäische Staaten mit einem unmittelbaren Einfluss auf das wirtschaftliche und politische Geschehen in der EU.

02

Hybride Angriffe

Hybride Angriffe aus dem Ausland wie Cyberattacken, Informationskampagnen oder Blackouts mit Einschränkungen in der Verkehrs-, Kommunikations- und Energieinfrastruktur.

03

Sicherstellungsgesetze

Bei Verschärfungen der Spannungen zwischen der NATO und Russland können Sicherstellungsgesetze aktiviert werden. Die Feststellung des Spannungs-, Bündnis- oder Verteidigungsfalles wird weitere drastische rechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen auf Unternehmen und Organisationen hervorbringen inklusive staatlicher Eingriffe in die gesamte Wertschöpfungskette.

04

OpPlan Deutschland

Auch die Aktivierung des OpPlan Deutschlands mit massiven Auswirkungen auf die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Situation ist ein bedenkenswertes Szenario.

Risiken · Folgen

Lagebeurteilung

In der aktuellen Lage lassen sich viele weitere Szenarien als realistisch betrachten. Ungeachtet davon, welches Szenario eintritt, ist eine weitere Verschärfung der Spannungen zwischen NATO und Russland wahrscheinlich.

Sollten einzelne Mitgliedsstaaten der NATO sich bedroht fühlen oder gar attackiert werden, ist der Zusammenhalt der NATO insgesamt fraglich. Bei Ausbleiben einer geschlossenen Reaktion der NATO verliert diese massiv an Glaubwürdigkeit. Kein Mitgliedsstaat kann sich dann noch des Beistandes der Allianz sicher sein. Dies könnte u. U. zum Ende der Allianz führen, was dramatische Folgen für die Sicherheitsarchitektur in Europa und der Welt zur Folge hätte.

Anzunehmen ist jedoch in jedem Falle eine deutliche Verschärfung der Sicherheitsprotokolle innerhalb Europäischer Nationen. Massive Eingriffe in das wirtschaftliche Handeln von Unternehmen im Rahmen von Sicherstellungsgesetzen, Heranziehung von Arbeitskräften für sicherheitsrelevante Bereiche, Einberufung von Reservisten, Einschränkungen in der Verkehrs-, Telekommunikations- und Energieinfrastruktur bereits im Voranschreiten von Spannungen sind realistische Szenarien.

Risiken · Wirtschaft und Infrastruktur

Der rechtliche Rahmen, den viele nicht kennen.

Es existieren Sicherstellungs- und Versorgungsgesetze, die einen erheblichen Einfluss auf die gesamte Bevölkerung und die Unternehmen haben können, auch wenn die Bundesrepublik nicht selbst unmittelbar angegriffen wird. Diese Sicherstellungsgesetze sind vorhanden, aber gesperrt. Sie müssen „freigeschaltet“ werden. Das Grundgesetz lässt trotz Definition unterschiedlicher Szenarien viel Raum für die Bundesregierung.

Das Grundgesetz hat fein abgestimmte Eskalationsstufen vorgesehen, die sich am Kontinuum der zeitlichen Dringlichkeit der Bedrohungslage entlang bewegen und ab dem Spannungsfall alle Sicherstellungs- und Versorgungsgesetze inklusive der allgemeinen Wehrpflicht „freischaltet“.

Die zwölf Sicherstellungsgesetze

Regelt die Sicherstellung von Arbeitsleistungen für Zwecke der Verteidigung. Ermöglicht die Verpflichtung von Arbeitskräften in lebens- und verteidigungswichtige Bereiche und schränkt dabei die freie Wahl des Arbeitsplatzes ein.

Ermächtigt zu Eingriffen in Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von Waren und Leistungen. Grundlage für Bewirtschaftung, Kontingentierung und Meldepflichten der Wirtschaft.

Erlaubt die Heranziehung von Sachleistungen: Fahrzeuge, Maschinen, Grundstücke und Gebäude können für Zwecke der Verteidigung in Anspruch genommen werden.

Greift bei Gefährdung der Energieversorgung. Ermöglicht Regelungen zu Zuteilung, Bezug, Abgabe und Preisen von Energieträgern.

Sichert die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und weiteren lebenswichtigen Gütern. Grundlage für Bewirtschaftung, Vorratshaltung und Meldepflichten entlang der Lieferkette.

Regelt Beschaffungen für Verteidigungszwecke einschließlich der Inanspruchnahme von Grundstücken und Rechten sowie der zugehörigen Entschädigung.

Sichert Postdienstleistungen im Spannungs- und Verteidigungsfall und ermöglicht Vorrangregelungen für Sendungen mit Bezug zur Verteidigung.

Erlaubt die Einrichtung von Schutzbereichen um verteidigungswichtige Anlagen. Innerhalb dieser Bereiche können Nutzung und Zugang zu Grundstücken beschränkt werden.

Enthält Regelungen zur Sicherstellung der Telekommunikation, zur Notfallvorsorge und zu Vorrangschaltungen für bevorrechtigte Stellen.

Ermöglicht die Heranziehung von Verkehrsunternehmen zu Transportleistungen, wenn der Bedarf anders nicht gedeckt werden kann.

Sichert Verkehrsleistungen und Verkehrsinfrastruktur. Grundlage für Eingriffe in Betrieb und Nutzung von Verkehrswegen und Verkehrsmitteln.

Regelt den Schutz der Bevölkerung im Verteidigungsfall: Selbstschutz, Warnung, Schutzbau, Aufenthaltsregelung sowie den Katastrophenschutz des Bundes.

Lessons Learned · In Zahlen

Vier Jahre Krieg

Der aktuelle Stand aus der Befragung von Deloitte Ukraine und der American Chamber of Commerce in Ukraine, Februar 2026. Die Zahlen zeigen, woran Handlungsfähigkeit heute hängt.

58 %
der befragten Unternehmen arbeiten nach vier Kriegsjahren mit formalisierten BCM-Plänen.
20 %
handeln weiterhin rein ad hoc, ohne festgelegte Verfahren.
45 %
berichten von unveränderter Produktivität trotz Dauerbelastung.
41 %
melden Rückgänge bei der Produktivität.

Größte Belastungen der Geschäftstätigkeit

Anteil der befragten Unternehmen, Februar 2026

Stromausfälle 57 %
Sicherheitsrisiken 55 %
Personalmangel 49 %
0 %75 %
Tabellenansicht
BelastungAnteil
Stromausfälle57 %
Sicherheitsrisiken55 %
Personalmangel49 %

Quelle: Deloitte Ukraine & American Chamber of Commerce in Ukraine, „Ensuring Business Resilience in Ukraine“, Erhebung Februar 2026.

Wohin die Resilienz-Budgets fließen

Anteil der Unternehmen mit Investitionen im jeweiligen Feld, 2026

Stromversorgung 75 %
Mitarbeiterunterstützung 38 %
Sicherheit 25 %
0 %75 %
Tabellenansicht
InvestitionsfeldAnteil
Stromversorgung75 %
Mitarbeiterunterstützung38 %
Sicherheit25 %

Quelle: Deloitte Ukraine & American Chamber of Commerce in Ukraine, 2026. Die Rangfolge der Belastungen und die Rangfolge der Budgets fallen auseinander.

Woran der Produktivitätsrückgang hängt

Genannte Ursachen bei den 41 % mit Rückgang, 2026

Ungleiche Arbeitsverteilung 23 %
Geringere Motivation 23 %
Verlangsamtes Arbeitstempo 21 %
Qualitätsminderung 15 %
0 %25 %
Tabellenansicht
UrsacheAnteil
Ungleiche Arbeitsverteilung23 %
Geringere Motivation23 %
Verlangsamtes Arbeitstempo21 %
Qualitätsminderung15 %

Quelle: Deloitte Ukraine & AmCham Ukraine 2026; Ursachen der Erschöpfung ergänzend nach Gradus Research. Alle vier Ursachen liegen im Verhalten und in der Verfassung der Belegschaft.

Womit Unternehmen ihre Belegschaft stützen

Anteil der Unternehmen mit der jeweiligen Maßnahme, 2026

Psychologische Unterstützung 57 %
Direkte finanzielle Hilfe 30 %
0 %60 %

Das nationale Programm „Ти як?“ hat über 400.000 Teilnehmende in psychologischer Erster Hilfe geschult.

Quelle: Deloitte Ukraine & AmCham Ukraine 2026; nationales Programm „Ти як?“ („Wie geht es dir?“).

„Resilience at Development’s Expense“: Ressourcen, die in die Aufrechterhaltung des Betriebs fließen, fehlen für Innovation und Wachstum. Organisationen, die vorher in Fähigkeiten investieren, zahlen im Krisenfall deutlich weniger. Deloitte Ukraine & American Chamber of Commerce in Ukraine, 2026

Lessons Learned · Ausgangslage

Der Schock von 2022 in Zahlen

Zum Vergleich die erste Bestandsaufnahme nach dem Einmarsch. Sie zeigt, wie breit die Wirkung auf den Umsatz war und wie unterschiedlich der Betrieb davon getroffen wurde.

8,1 Mio.
Menschen sind in andere Länder geflüchtet.
6,9 Mio.
Menschen wurden innerhalb der Ukraine disloziert.
−50 %
Einbruch in der Energieversorgung.
98 %
der Unternehmen verzeichneten einen Umsatzrückgang.

Impact on Sales

Verteilung des Umsatzrückgangs über alle befragten Unternehmen

über 50 % Rückgang 19 % 30 bis 50 % 28 % 10 bis 30 % 31 % unter 10 % 20 % kein Rückgang oder Anstieg 2 %
Tabellenansicht
UmsatzrückgangAnteil
über 50 %19 %
30 bis 50 %28 %
10 bis 30 %31 %
unter 10 %20 %
kein Rückgang oder Anstieg2 %

Quelle: McKinsey & Company 2023, „Survival through Purpose: How Ukrainian businesses endured amid extreme uncertainty“.

Impact on Operations

Wirkung auf den laufenden Betrieb

starke Wirkung, Betrieb eingestellt 2 % starke Wirkung, Betrieb läuft weiter 63 % geringe Wirkung 20 % keine oder positive Wirkung 15 %
Tabellenansicht
Wirkung auf den BetriebAnteil
starke Wirkung, Betrieb eingestellt2 %
starke Wirkung, Betrieb läuft weiter63 %
geringe Wirkung20 %
keine oder positive Wirkung15 %

Quelle: McKinsey & Company 2023. Nur ein kleiner Teil musste den Betrieb einstellen; einzelne Branchen wie Finanzwesen und Logistik verzeichneten sogar positive Effekte.

Größte Herausforderungen 2022/23

Nennungen der befragten Unternehmen

Energieausfälle66
Unterbrochene Lieferketten60
Rückläufige Nachfrage52
Physische Schäden an Anlagen34
Moral der Belegschaft29
Zugang zu Finanzierung12
Belastendes Steuerregime10
Arbeitskräftemangel4
Cybersicherheit4
Anlagen an der Front2
066

Quelle: McKinsey & Company 2023. Hervorgehoben sind die fünf meistgenannten Herausforderungen. Auffällig im Vergleich zu 2026: Arbeitskräftemangel lag 2023 bei 4 Nennungen und ist heute mit 49 % unter den drei größten Belastungen.

Was in der Krise tatsächlich geholfen hat

Bewertung der Wirksamkeit, Skala 1 (niedrig) bis 5 (hoch)

Agile Entscheidungsfindung2,4
Werte und Kultur2,4
Resilienzplanung2,2
Commitment der Führung1,8
Diversifizierung des Geschäfts1,1
02,4
Tabellenansicht
TechnikBewertung
Agile Entscheidungsfindung2,4
Werte und Kultur2,4
Resilienzplanung2,2
Commitment der Führung1,8
Diversifizierung des Geschäfts1,1

Quelle: American Chamber of Commerce in Ukraine, 2023. Kürzere Planungszyklen und häufigere Abstimmung über Hierarchieebenen hinweg ermöglichten flexible Reaktionen; die Unternehmenskultur hielt Moral und Motivation der Belegschaft aufrecht.

Angebot

Erfahrung aus realen Krisen, auf Ihre Lage übertragen

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Resilienz · Erfahrungen ukrainischer Unternehmen

Durch gemeinsame Projekte mit unseren Ukrainischen Partnern haben wir Kontakte in die dortige Unternehmenswelt und können damit aus erster Hand an wertvollen Erfahrungen partizipieren.

Best Practices die sich in realen Krisensituationen bewährt haben können wir in unsere Beratung einbeziehen und diese für zukünftige Szenarien unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Bedingungen extrapolieren.

Auch aus den Fehlern können wir wertvolle Schlüsse ziehen, um eigene Fehlerquellen zu identifizieren und zu minimieren.

Was wir analysieren

Wir analysieren Ihre internen und externen Geschäftsprozesse, bewerten Ihre derzeitigen Business Continuity Pläne, Systeme und Ressourcen und unterstützen Sie dabei, ein szenariobasiertes Business Continuity System zu entwickeln. Folgende Bereiche werden dabei einbezogen:

Mitarbeiter (Management & Workforce)
Standort
Supply Chain (Lieferanten, Logistik, Lager)
Absatzmärkte
Finanzen
Verträge (Versicherungen, eigene SLA mit Kunden)
Geschäftsmodell
Gesellschafter-Struktur und Entscheidungsbefugnisse
Infrastruktur (IT-Systeme, Energie, Connectivity)
Zwei Teilbereiche
01

Business Readiness

Welche Maßnahmen und Investitionen müssen vorgenommen werden, um eine Organisation oder ein Unternehmen für den Eintritt des Krisenfalles bestmöglich vorzubereiten?

02

Business Continuity

Welche Pläne und strukturellen Back-Ups müssen erstellt werden, die szenariobasiert im Eintrittsfalle „aus der Schublade gezogen“ werden können? Dabei unterscheiden wir drei Phasen:

Schockphase
Anpassungsphase
Post-Krisen-Phase
Team

Drei Perspektiven auf dieselbe Frage

Eine Karte anklicken für das vollständige Profil.

Operative Themen

Führt eine operativ tätige Sicherheitsfirma in München und verantwortet bei Act Aware die operativen Themen.

Lehre, Prävention und Resilienz

Dozent und Trainer für Sicherheit, Prävention und Resilienz, mit Erfahrung aus der Konzernsicherheit.

Organisation, Führung und Psychologie

Diplom-Psychologin, berät und coacht Top-Managements, seit 2015 auch Spitzenkräfte im militärischen Umfeld.

Partnerarchitektur

Vier Partner mit klar getrennten Rollen

Business Continuity unter Kriegsbedingungen verlangt unterschiedliche Kompetenzen: Bewertung, Umsetzung, Befähigung, organisatorische Entwicklung. Wir arbeiten dafür in einem Verbund eigenständiger Partner.

Die Rollen bleiben dabei getrennt. Bewertung und Umsetzung liegen nicht zwangsläufig in derselben Hand, und die Prüfung der Wirksamkeit ist von der Umsetzung unterscheidbar. Sie können jede Leistung einzeln beziehen, mit uns, mit einem der Partner oder mit einem Anbieter Ihrer Wahl.

Kompetenzfelder
Risiko & Lagebild
Corporate Security & physische Resilienz
Krisenmanagement & BCM
Training, Simulation & E-Learning
Awareness & Befähigung
Strategie, Reflexion & Transformation
Resilienz & Training
Training · Simulation · E-Learning · Resilienzberatung · BCM · Krisenübungen · Managementformate
Risiko & Krisenreaktion
Risikobewertung · Krisenbewältigung · Sicherheitsberatung · Lagebild · operative Sicherheit
Krise & Awareness
Krisen- & Sicherheitsberatung · Krisenmanagement · Schulung · Awareness · Verhalten
Strategie & Transformation
Strategie · Reflexion · Transformation · Nachhaltigkeit · organisatorische Entwicklung